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Welche Körnung brauche ich beim Schleifen?

Welche Körnung du brauchst, hängt davon ab, wie rau die Oberfläche ist und welches Finish folgen soll. Grobes Schleifpapier trägt schnell Material ab, hinterlässt aber tiefere Kratzer. Feines Papier glättet, entfernt jedoch Unebenheiten nur langsam. Arbeite deshalb in nachvollziehbaren Stufen und überspringe nicht mehrere Körnungen, wenn noch Kratzer der vorherigen Stufe sichtbar sind. Teste die Schleiffolge an einem Reststück desselben Materials, bevor du eine große oder sichtbare Fläche bearbeitest.

Mit dem Zustand beginnen

Bei einer bereits glatten, intakten Oberfläche kann ein feiner Zwischenschliff genügen. Hobelschläge, tiefe Kratzer oder Unebenheiten benötigen zunächst stärkeren Abtrag, den du anschließend mit feineren Stufen glättest. Für gehobeltes Holz beschreibt Festool beispielsweise die Folge P80 als Vorschliff, P120 als Zwischenschliff und P150 oder P180 als Feinschliff; die Endkörnung hängt von Holzart und späterer Beschichtung ab. Siehe die Festool-Anleitung zum Schleifen gehobelter Holzoberflächen.

Schrittweise feiner schleifen

Bearbeite jede Stufe so lange, bis die Spuren der vorherigen Körnung entfernt sind. Halte die Schleifmaschine in Bewegung und kontrolliere die Fläche bei schrägem Licht. Bei sichtbarem Holz schleifst du den letzten Gang häufig in Faserrichtung von Hand, wenn das zum Werkstück und Finish passt. Kanten verlieren schneller Material als die Fläche, also führe dort weniger Druck aus. Ein gleichmäßiges Schliffbild ist wichtiger als eine möglichst hohe Zahl auf dem Schleifpapier.

Beschichtung und Material beachten

Öl, Lack oder andere Oberflächenbehandlungen können unterschiedliche Endkörnungen verlangen. Zu feines Schleifen kann die Aufnahme eines Produkts beeinflussen; zu grobes Papier lässt sichtbare Kratzer zurück. Beachte die Angaben des Finish-Herstellers und schleife nicht über unbekannte Altbeschichtungen, bevor deren sichere Bearbeitung geklärt ist. Bei furnierten Platten ist der Materialabtrag besonders begrenzt. Eine Anleitung für die Aufarbeitung eines Tisches steht unter Tisch abschleifen und aufarbeiten.

Wenn das Papier zusetzt oder Kratzer bleiben

Setzt sich das Schleifpapier zu, prüfe Material, Druck und Staubabsaugung; siehe Schleifpapier setzt sich zu. Bleiben tiefe Kratzer sichtbar, gehe nicht sofort zu einer sehr groben Körnung zurück: Finde heraus, welche Stufe sie verursacht hat und arbeite gezielt nach. Die passende Maschine erklärt Welche Schleifmaschine brauche ich?. Für weitere Holzarbeiten hilft Werkzeug für Holzarbeiten.

Eine Folge für dein Werkstück festlegen

Lege die erste Körnung nach dem stärksten Fehler fest, den du entfernen musst, und arbeite danach stufenweise feiner. P80, P120 und P150 oder P180 sind ein Beispiel für gehobeltes Holz, nicht für jedes Möbelstück und jede Beschichtung. Ist die Oberfläche bereits glatt, kann ein Einstieg mit gröberem Papier unnötige Kratzer erzeugen. Bei Furnier oder dünnen Beschichtungen ist der mögliche Abtrag begrenzt; beginne dort besonders vorsichtig. Nach jedem Schleifgang Staub entfernen und bei schrägem Licht prüfen, ob noch Spuren sichtbar sind. Wechsel die Körnung erst, wenn das Ergebnis der aktuellen Stufe gleichmäßig ist. So vermeidest du sowohl ausgelassene Kratzer als auch unnötige Arbeit mit sehr feinem Papier.