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Flüssigfolie von Impermax
Flüssigfolie von Impermax. Hier beim zweiten Anstrich in grau. Impermax PU-Flüssigfolie gibt es in vielen verschiedenen Farben.

Flüssigfolie Verwendung und Einsatzgebiete

Flüssigfolien zum erstellen einer dichten Membran wird in vielen Gebieten eingesetzt. Mit Flüssigfolie lassen sich Flachdächer, Zisternen, Wasserbecken und so ziemlich alles das Wasser halten soll abdichten. Die Verarbeitung von Flüssigfolie ist denkbar einfach. Je nach Art und Hersteller kann man Flüssigfolie streichen, spritzen oder mit der Spachtel aufbringen.

Im Handel findet man verschiedene Arten von Flüssigfolie. Die meisten basieren auf Polyurethan oder Bitumen. Allen Arten der Flüssigfolie schaffen eine mehr oder weniger flexible Membran. Beim Einsatz auf dem Dach ist es wichtig, das diese auch bei sehr hohen, bzw. niedrigen Temperaturen noch dauerelastisch sind.

Bei allen Flüssigfolien ist es wichtig den Untergrund entsprechend vorzubereiten. Alle flüssigen Folien haben ähnliche Ansprüche an den Untergrund. Der zu streichende Bereich soll fest, fett- und staubfrei und nicht zu porös sein. Lockeres Material muss man fixieren oder entfernen.

Risse im zu beschichtenden Material kann man mit einer textilen Einlage verstärken. Gerade bei der Dachsanierung ist für den Laien das Verwenden der flüssigen Folie deutlich Einfacher als das Verlegen und Abdichten von Bitumenbahnen. Die Flüssige Folie ergibt eine nahtlose stabile und dauerelastiche Membran. Diese ist nach dem Aushärten auch begehbar.

Wir wollen mal am Beispiel einer Einkomponenten-Flüssigfolie auf Polyurethan-Basis die Sanierung eines Flachdachs, das ursprünglich mit Bitumenbahnen abgedichtet war, betrachten. Die Bitumenbahnen haben sich über die Jahre verhärtet und da die Unterkonstruktion des Flachdachs über die Temperatur arbeitet, konnte sich die verhärtete Bitumenschicht nicht mehr anpassen und ist an einigen Stellen gerissen. Über die Jahre wurden die Bitumenbahnen immer mal wieder mit flüssigen Bitumen geflickt. Gerade rund um den Kamin und Oberlichter ist die Bitumenschicht immer wieder undicht geworden.

Erstmal entfernen wir Schmutz und alles lose Material. Lose Bitumenbahnen fixieren wir mit ein paar Nägeln, oder wenn das nicht möglich ist mit Klebestreifen. Die werden einfach mit eingearbeitet. Klebestreifen verwenden wir auch überall dort, wo die flüssige Folie droht durchzutropfen. Dort wo sich starke Oxydschickten an Metall gebildet haben, entfernen wir diese grob mit einer Drahtbürste.

Die Einkomponenten-Polyurethan-Folie lässt sich im Temperaturbereich von 5° - 30° verarbeiten und sollte nicht in der prallen Sonne verarbeitet werden. Dort wo Risse im Untergrund sind und in den Ecken von Kaminen und Oberlichtern streichen wir etwa 20-30cm breit mit der Flüssigfolie vor, legen eine Textilbahn auf die noch feuchte Folie und nach dem Antrocknen Arbeiten wir die Textilbahn einfach mit ein. Genau so verfahren wir auch mit Absätzen und Rohrdurchführungen wie Antennenmasten, Abluftrohren und Ähnlichem. Wichtig ist, das man zur jeweiligen Flüssigfolie passende Textilverstärkung zu nehmen. Sie muss sich gut mit der flüssigen Folie verbinden, soll aber dennoch die Flexibilität später nicht behindern.

Es gibt die Poliurethan-Flüssigfolie in verschiedenen Farben. So kann man jede Schicht in einer eigenen Farbe streichen. Das erleichtert das erkennen der Schichtdicke erheblich. Auch kann man das Dach farblich an seine bedürfnisse anpassen. Meist werden bei den Beschichtungen auf Polyurethan Schichtdicken von 1,5 bis 2,5 mm empfohlen. Dazu sind 2-3 Anstriche nötig. Zwischen den Anstrichen sollte man die Folie durchtrocknen lassen.

Bei warmen Wetter und an senkrechten Stellen läuft die flüssige Folie leicht ab. Dann entweder diese Stellen zusätzlich Vorstreichen oder wenn es große Bereiche sind, die Flüssigfolie entsprechend andicken. Bei feuchten Untergründen muss man mit entsprechenden Primern vorstreichen damit die Haftung sichergestellt wird. Auch für glatte Oberflächen wie Glas, Fliesen, Kunststoffe gibt es entsprechende PU-Primer, die die Haftung erhöhen. An Stellen wo der Untergrund porös ist, z. B. Verputz, streicht man mit verdünnter Flüssigfolie vor. Zum Verdünnen eignen sich PU-Lösungsmittelverdünner.

Aufbringen kann man die Flüssigfolie mit der Rolle, dem Pinsel oder auf ebenem Untergrund mit dem Zahnspachtel. Spritzen der Flüssigfolie ist mit Vakuummaschinen möglich ist aber für den Selbermacher meist nur bei sehr großen Flächen angebracht, Wenn man Rollen benutzt, dann kurzfloorige oder mit Noppen versehene Rollen die ausreichende Schichtdicken zulassen. Hierzu sollte man die Anweisungen der jeweiligen Hersteller beachten.

Die Flüssigefolien auf PU-Basis eignen sich neben der Flachdachsanierung auch für alle Einsatzgebiete wo eine Abdichtung auf komplexe Flächen aufgebracht werden soll. So zum Beispiel für Zisternen, zur Poolsanierung oder um Gartenteich zu reparieren. Auf unserer Schwesterseite findet sich eine Anleitung für den Teichbau mit Flüssigfolie. eine Die einzigen Oberflächen auf denen PU-Basierende Flüssigfolien nicht haften sind Kunstoffoberflächen aus PE und PP. Viele der flüssigen Folien sind auch trinkwassergeeignet.

Wenn Sie eine Dachsanierung mit Flüssigfolie gemacht haben oder dies vorhaben, würden wir uns über einen Erfahrungsbericht und ein paar Bilder freuen. Wir würden Ihre Erfahrungen bei der Flachdachsanierung gerne unseren Lesern vorstellen. Einfach eine Nachricht über das Kontaktformular senden, wir melden uns dann bei Ihnen.

Vielen dank für die Unterstützung an Impermax

Foto: Impermax


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