Loch richtig in die Wand bohren
Bevor du ein Loch in die Wand bohrst, kläre drei Dinge: Wo darf gebohrt werden, aus welchem Material besteht die Wand und welcher Dübel soll hinein? Die Antworten bestimmen Bohrer, Maschine, Bohrdurchmesser und Tiefe. Ein Leitungsfinder ist kein sicherer Freibrief: Er kann Leitungen übersehen oder Fehlanzeigen liefern. Prüfe verfügbare Pläne und mögliche Leitungsverläufe; bei Unsicherheit verschiebe die Bohrstelle oder lass sie fachkundig untersuchen. Die DGUV-Regel zu Bauarbeiten nennt die vorherige Ermittlung gefährdender Anlagen bei Bohrarbeiten ausdrücklich, siehe DGUV Regel 101-038, Abschnitt 6.1.
Wandmaterial und Dübel abstimmen
Beton, Vollstein, Lochstein und Hohlwand verlangen unterschiedliche Bohrer und Befestiger. Bei einem unbekannten Untergrund hilft die Seite Woraus besteht meine Wand?. Wähle den Dübel nach Material und geplanter Befestigung, nicht nach Bauchgefühl. Hersteller nennen dazu den Bohrerdurchmesser und die nötige Tiefe. Für empfindliches Mauerwerk kann Schlag die Wand beschädigen; beginne dort nach Möglichkeit ohne Schlag und beachte die Geräte- und Dübelhinweise. Was bei der Werkzeugwahl zählt, erklärt Bohrmaschine oder Bohrhammer?.
Bohrstelle markieren und Arbeitsplatz sichern
Miss die Position aus und markiere sie mit einem gut sichtbaren Punkt. Prüfe mit Wasserwaage, ob die Befestigung gerade sitzen soll. Räume den Arbeitsbereich frei und sichere Leitern oder Tritte auf festem Boden. Trage Schutzbrille und halte Personen aus dem Bereich möglicher Staub- und Splitterflugbahn. Verwende ein Gerät mit passendem Bohrer, der unbeschädigt und fest eingespannt ist. Stell die Bohrtiefe nach Dübelvorgabe ein, wenn das Werkzeug eine solche Begrenzung hat. Ein Staubsauger oder eine Absaugung kann Staub aufnehmen, sofern Gerät und Situation dafür geeignet sind.
Kontrolliert bohren
Setze den Bohrer im rechten Winkel an und starte langsam, bis er sicher greift. Übe gleichmäßigen Druck aus, ohne das Gerät mit Kraft in die Wand zu drücken. Halte die Bohrmaschine mit beiden Händen, wenn ihre Bauart und Anleitung dies vorsehen. Wenn der Bohrer plötzlich stoppt, auf Metall trifft oder ungewöhnlich vibriert, beende die Arbeit und prüfe die Ursache. Nicht einfach stärker drücken. Zum passenden Zubehör hilft Welcher Bohrer für welches Material?. Für Fliesen gelten besondere Schritte, die unter Loch in Fliesen bohren beschrieben sind.
Bohrloch prüfen und Dübel einsetzen
Ziehe den Bohrer bei laufender Drehung vorsichtig heraus, sofern die Geräteanleitung das vorsieht, und entferne Bohrstaub aus dem Loch. Prüfe Tiefe und Durchmesser anhand des Dübels. Setze den Dübel bündig ein; wenn er locker sitzt, sich dreht oder das Loch ausbricht, verwende die Befestigung nicht unverändert weiter. Für ein Regal gilt zusätzlich die Anleitung Regal richtig aufhängen. Erst wenn Wand, Loch und Befestiger zusammenpassen, schraubst du die Halterung fest.
Wenn Bohrstaub im Loch bleibt, kann ein Dübel nicht wie vorgesehen sitzen. Entferne ihn mit einer geeigneten Methode, die zum Wandmaterial passt, und achte darauf, Staub nicht in die Augen zu blasen. Bei einem sauberen Loch sollte der Dübel nach Vorgabe hineingehen und nicht lose herausfallen. Passt er nicht, prüfe erst Bohrerdurchmesser, Bohrtiefe und Wandaufbau. Wenn der Bohrer auf einen unerwarteten Hohlraum oder eine harte Einlage trifft, beende die Arbeit und ordne die Situation neu ein. Ein weiteres Loch wenige Zentimeter daneben ist nicht automatisch sicher, denn dort können ebenfalls Leitungen liegen.