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Bohrer kommt nicht weiter – was tun?

Wenn der Bohrer plötzlich nicht weiterkommt, solltest du nicht einfach stärker drücken. Stoppe das Gerät, nimm den Druck weg und prüfe, ob Bohrer, Maschine und Wandmaterial zusammenpassen. Ein stumpfer oder falscher Bohrer, eine ungeeignete Drehzahl, ausgeschaltete Schlagfunktion oder ein Wechsel des Untergrunds können den Fortschritt bremsen. Ebenso kann ein Hindernis im Bohrweg liegen. Bei ungewöhnlichem Widerstand, Metallkontakt oder möglicher Leitung beendest du die Arbeit und klärst die Ursache.

Bohrer und Einstellung kontrollieren

Ziehe den Bohrer erst heraus, wenn das Gerät stillsteht und du es sicher führen kannst. Prüfe die Spitze auf Verschleiß, Bruch und festen Sitz im Futter. Vergleiche die Kennzeichnung des Bohrers mit dem Material: Holz-, Metall- und Steinbohrer sind nicht austauschbar. Auch die Aufnahme muss zur Maschine passen. Der Ratgeber Welcher Bohrer für welches Material? hilft bei der Zuordnung. Kontrolliere außerdem, ob die gewählte Dreh- oder Schlagfunktion für den Untergrund geeignet ist; in Lochstein kann Schlag unerwünschte Schäden verursachen.

Materialwechsel erkennen

Wandoberflächen bestehen oft aus mehreren Schichten: Putz, Mauerwerk, Hohlraum oder eine harte Einlage können aufeinander folgen. Der Bohrer kann deshalb zunächst leicht eindringen und später stoppen. Wenn du nicht weißt, was hinter der Oberfläche liegt, ordne die Wand neu ein. Unter Woraus besteht meine Wand? stehen Hinweise zur Materialprüfung. Bei einem Wechsel in Beton oder einen Hohlraum kann ein anderer Bohrertyp oder ein angepasstes Befestigungssystem erforderlich sein. Ändere nicht mehrere Einstellungen gleichzeitig; so bleibt erkennbar, was den Unterschied macht.

Leitungen und andere Gefahren ausschließen

Vor Bohrungen müssen mögliche Leitungen und Anlagen geprüft sein. Ein Suchgerät kann Hinweise geben, aber nicht sicher jede Leitung ausschließen. Die DGUV-Regel zu Bauarbeiten verlangt, mögliche gefährdende Anlagen vor solchen Arbeiten zu ermitteln; siehe DGUV Regel 101-038, Abschnitt 6.1. Wenn du unerwartet auf Metall stößt oder den Leitungsverlauf nicht sicher kennst, bohre nicht weiter und hole fachkundige Hilfe. Prüfe auch, ob hinter der Stelle ein Rohr oder Befestigungselement liegen könnte.

Mit passender Kombination neu ansetzen

Erst wenn Material und Bohrstelle geklärt sind, setzt du mit passendem Zubehör neu an. Eine Übersicht zur Maschinenwahl findest du unter Bohrmaschine oder Bohrhammer?; eine sichere Reihenfolge zum Bohren steht unter Loch richtig in die Wand bohren. Bleibt der Widerstand bestehen, beende den Versuch. Eine weitere Erhöhung von Druck oder Drehzahl kann Werkzeug und Untergrund beschädigen. Weitere Ursachenfragen findest du unter Fragen & Probleme.

Erst nach der Prüfung erneut starten

Wenn kein gefährliches Hindernis vorliegt, kannst du die nächste Bohrung mit einem frischen, zum Material passenden Bohrer und der richtigen Einstellung planen. Prüfe dabei, ob der Bohrer für die Maschine zugelassen ist und ob die Schlagfunktion wirklich benötigt wird. Ein kurzer Test an einem Reststück ist bei Werkstoffen möglich, bei Wandbohrungen muss jedoch zuerst die Leitungslage geklärt sein. Wenn das Werkzeug heiß wird, ungewöhnlich riecht oder deutlich vibriert, schalte es ab und lass es abkühlen beziehungsweise prüfen. Die Anleitung Loch richtig in die Wand bohren beschreibt die Vorbereitungen, während Wo verlaufen Stromleitungen? die Leitungsfrage behandelt. Stoppe lieber, als Schaden an Gerät oder Wand zu riskieren.